Am 05.10.2011 führten wir im Rahmen des Festivals Musica Sacra die c-Moll-Messe von Wolfgang Amadeus Mozart auf. Das Konzert war ein großer Erfolg! Das Publikum in der ausverkauften St.-Heinrichskirche hat unserer Aufführung durchweg großes Lob gezollt! Der große Chor, das Orchester und die Solisten waren glänzend vorbereitet und haben dank unseres Dirigenten und dank eines großen Probenfleisses eine vollgültige, emotional und technisch hochqualitative Version der großen Messe dargeboten. Unser Dank gilt allen Beteiligten – den aktiven Musikern ebenso wie den “unsichtbaren” Helfern im Hintergrund, ohne die es nicht funktioniert! Wir bedanken uns auch sehr herzlich bei der Gemeinde St. Heinrich für die liebevolle Gastfreundschaft! An dieser Stelle seien namentlich ganz besonders angesprochen Pfarrer Thomas Stolz, Küster Sven Brüggemeier, Herr Josef Flauger und der Frauenstammtisch, der für unsere Bewirtung bei der Nachfeier gesorgt hat! Nicht zuletzt bedanken wir uns bei der Intendanz des Festivals “Musica sacra” für die tolle Unterstützung! Univ.-Prof. Dr. Dr. Gerhard E. Ortner, Christoph Gockel-Böhner und Ulrich Lettermann haben als Intendanten zusammen mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vom MedienHaus Paderborn wieder einmal ein großes Festival ermöglicht! Wir sind glücklich und fühlen uns geehrt, bei einem derartig hochrangigen Festival mitwirken zu dürfen!
Die Konzertkritik des Westfalen-Blattes erschien am 7. Oktober. (Es hat offensichtlich der Druckfehlerteufel zugeschlagen: die h-moll-Messe ist tatsächlich eine c-moll-Messe, so wie es auch im Text steht.)
Am 8. Oktober veröffentlichte die Oelder Zeitung “Die Glocke” die nachfolgende Kritik des Konzertes vom 06. Oktober in Oelde-Lette (St.-Vitus).
Das Konzert vom 07. Oktober in Ostbevern (St. Ambrosius) wurde am 10. Oktober in der Presse besprochen.
Nachfolgend eine kleine Information zu der großen c-moll-Messe von Mozart: In einem Brief an seinen Vater vom 4. Januar 1783 spricht W. A. Mozart von einem Versprechen, das er fünf Monate zuvor in Zusammenhang mit seiner Entscheidung, Constanze Weber zu heiraten, gegeben hatte: Er drückt zunächst Bedauern darüber aus, dass eine geplante Reise mit Constanze nach Salzburg durch “zeit und umstände” aufgeschoben werden musste und schließt dann: “zum beweis aber der wirklichkeit meines versprechens kann die spart von der hälfte einer Messe dienen, welche noch in der besten hoffnung da liegt.” Diese “hälfte” ist zweifellos die Messe c-Moll KV 427 (417a) – Mozarts ehrgeizigste Komposition dieser Gattung und die einzige Messe vergleichbarer Größe zwischen J. S. Bachs “h-moll-Messe BWV 232″ und der “Missa solemnis” von L. v. Beethoven.
Ein Grund, die Reise nach Salzburg zu verschieben, war Constanzes Schwangerschaft gewesen: Der erste Sohn des Paares, Raimund Leopold, wurde am 17. Juni 1783 geboren. Schließlich ließen die Eltern das Kind im Alter von kaum mehr als einem Monat in der Obhut einer Amme zurück und brachen nach Salzburg auf, wo sie am 29. Juli 1783 ankamen. Laut dem Tagebuch von Mozarts Schwester Nannerl wurde die Messe, die Mozart aus Wien mitgebracht hatte und “in der meine Schwägerin das Solo singt”, am Donnerstag, 23. Oktober, geprobt und am darauf folgenden Sonntag, 26. Oktober, aufgeführt. Die Mitwirkung von Constanze als Sopranistin deutet darauf hin, dass die in Nannerls Tagebuch erwähnte Messe jene in c-Moll gewesen sein muss, denn Mozart hatte zu Beginn seiner Ehe mit Constanze einige Vokalisen für sein Frau komponiert, von denen er eine nun für das Sopran-Solo “Christe eleison” (Satz 1) verwendete. Auch wenn es sich bei der aufgeführten Messe wohl um die neue Komposition handelte – vollendet hat sie Mozart nicht. Schließen lässt sich dies aus einem Stimmensatz, der in Salzburg anhand Mozarts Partitur hergestellt wurde und den Nannerl der Stiftskirche Heilig-Kreuz in Augsburg hinterließ. Deren Chordirektor, Pater Matthäus Fischer, erstellte aus diesen Stimmen um 1802 eine Partitur, bestehend aus Kyrie und Gloria, Sanctus-”Hosanna” und Benedictus, das mit einer Wiederholung des zweiten Teils der “Hosanna”-Fuge endet. Zwar gelten heute die meisten der Salzburger Stimmen als verschollen, doch finden sich in dem noch erhaltenen ebenfalls nur die Sätze, die auch Fischers Partitur aufweist. Demnach sind dies tatsächlich die einzigen Sätze, die Mozart vollendet hat – weder die Salzburger Stimmen noch Fischers Partitur enthalten Credo, “Agnus Dei” oder “Dona nobis pacem”.
Dieser Text stammt aus dem Vorwort der Carus-Ausgabe (Stuttgarter Mozart-Ausgaben) und wurde im Jahre 2005 verfasst von Robert D. Levin. Robert Levin hat die Messe c-moll ergänzt und editiert. Wir sangen diese von Levin ergänzte Fassung.
Die Ausführenden waren:
Städtischer Musikverein Paderborn,
Musikverein Oelde,
Capalla Loburgensis, Ostbevern,
Sopran I: Johanna Winkel,
Sopran II: Sophie Harmsen,
Tenor: Clemens Löschmann,
Bass: Gregor Loebel
Nordwestdeutsche Philharmonie, Herford (NWD)
Gesamtleitung: Matthias Hellmons
Weitere Infos zum Werk siehe:
Wolfgang Amadeus Mozart; Missa in c KV 427
Carus 51.427/03
Stuttgarter Mozart Ausgaben
Klavierauszug Paul Horn
ISMN M-007-07459-3





